Schilddrüsenkrebs

Ratgeber

Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion, der Hypothyreose, produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone. Die Unterversorgung hat gravierende Folgen für den Betroffenen, sie bremst seinen Organismus und setzt den Stoffwechsel herab. Konzentrationsschwäche und Antriebslosigkeit sind die Folge. Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion klagen oft über Trägheit, Antriebslosigkeit, über Müdigkeit oder Frieren. Häufig ist die Unterfunktion mit Gewichtszunahme verbunden. Manche Betroffenen leiden unter Depressionen, andere unter Wassereinlagerungen, Verstopfung oder Bluthochdruck. Autofahren ist in vielen Fällen nicht mehr gefahrlos möglich, die familiären Verpflichtungen leiden, und bei einer sehr starken Schilddrüsenunterfunktion ist an Arbeiten oft gar nicht zu denken.

Die Schilddrüsenunterfunktion kann angeboren sein, zum Beispiel bei einer mangelhaften Schilddrüsenentwicklung. Oder sie entsteht erst später im Leben. Anhaltender Jodmangel kann eine Ursache dafür sein, aber auch Jodverwertungsstörungen, Defekte in der Regulation der Schilddrüsenhormonfreisetzung oder die Schädigung des Schilddrüsengewebes. Krebspatienten, deren Schilddrüse entfernt wurde, leiden automatisch an einer Schilddrüsenunterfunktion, da der Körper ohne Schilddrüse keine Hormone T3 und T4 mehr produzieren kann. Man spricht hier auch von einer iatrogenen Hypothyreose, also einer künstlich vom Arzt herbeigeführte Schilddrüsenunterfunktion. T3 und T4 sind aber notwendig für eine ausgeglichene Energiebilanz des Körpers und ihr Fehlen führt zu den Symptomen der Schilddrüsenunterfunktion. Um dies zu verhindern, muss der Patient nach der Schilddrüsenoperation diese Hormone einnehmen. Trotzdem ist es im Behandlungs- und Nachsorgeverlauf des Schilddrüsenkrebses immer wieder notwendig, die Produktion des Botenstoffs TSH zu stimulieren und dazu die Schilddrüsenhormone für einige Wochen abzusetzen. Dabei entstehen natürlich ungewollte starke Symptome der Unterfunktion. Eine alternative Behandlung, bei dem rekombinantes – also biotechnologisch hergestelltes – humanes TSH (kurz rhTSH) eingesetzt wird, kann dabei helfen, diese leidvollen Phasen der Schilddrüsenunterfunktion zu umgehen.

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